Modelliermassen


Es gibt die unterschiedlichsten Modelliermassen: Naturprodukte ebenso wie synthetische Produkte, Modelliermassen, die ihre weiche Konsistenz behalten oder die an der Luft aushärten, Modelliermassen, die gebrannt werden können, und Massen, die erst durch Wärme modellierbar werden. Es gibt Massen, die wasserlöslich oder aber wasserfest und isolierend sind. Es gibt Massen in den unterschiedlichsten Farben und Konsistenzen. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Modelliermassen vor:

Ton & Paperclay

Ton ist ein vielfältiges Material, das aus der Natur gewonnen wird. Ton eignet sich hervorragend, um zunächst Formen auszuprobieren – er lässt sich schnell und einfach modellieren, kann luftgetrocknet oder gebrannt werden. Ist Ton gebrannt, spricht man von Keramik. Ausgehärteten Ton, der nicht gebrannt wurde, kann man einsumpfen und so ganz einfach wieder verwenden.

Aus Ton können Modelle für Skulpturen geschaffen werden, keramische Objekte aller Art genauso wie Gebrauchsgegenstände wie Trinkgefäße, Vasen oder Schalen. Um Tonskulpturen oder Gebrauchsgegenstände aufzubauen, gibt es verschiedene Modelliertechniken. Bei der Produktion von Gebrauchsgegenständen spricht man auch von Töpfern. Ton eignet sich außerdem für Stützformen in den verschiedenen Abgussverfahren und ganz generell als Experimentier- und Übungsmaterial. Damit spielt Ton nicht nur in der bildenden Kunst eine wichtige Rolle, sondern z.B. auch in der Schule, in der Kunsttherapie oder in der Kunstpädagogik.

Schon in der Natur kommt Ton in verschiedenen Farben und Qualitäten vor. Je nachdem, wofür er genau genutzt werden soll, wird er für den künstlerischen Bedarf aufbereitet. So wird Ton z.B. zu unterschiedlichen Anteilen und mit unterschiedlicher Korngröße schamottiert: Verwendet man für dünnwandiges Modellieren und das Drehen auf der Töpferscheibe eher unschamottierte Tonsorten, sind für große oder dickwandige Skulpturen z.T. hochschamottierte Massen nützlich.

Um besonders filigran zu arbeiten, kann man Ton verwenden, der mit Zellulose (Papier) angereichert wurde. Man spricht dann von Paperclay, einer Modelliermasse, die ebenfalls gebrannt werden kann. Da bei diesem Vorgang die Fasern ausbrennen, ist Paperclay gebrannt leichter als reiner Ton. Die Zellulose-Fasern haben auch schon im ungebrannten Material stützende Funktion. Paperclay ist dadurch stabiler und kann entsprechend dünnwandigeraufgebaut und gebrannt werden.

Darüber hinaus gibt es auch noch Modelliermassen auf Naturton-Basis, die bei Aushärtung an der Luft eine ähnliche Stabilität erreichen wie gebrannter Ton. Lufthärtender Ton enthält außer rund 95 % normalem Ton etwa 5 % Fasern und Bindemittel wie Latex. Lufthärtende Modelliermassen sind besonders sauber und einfach zu verarbeiten. Sehr gut können daraus kleinere Objekte gestaltet werden, wenn man selbst keine Möglichkeit hat, Ton zu brennen. Der Handelsname ist z.B. Keramiplast oder SIO-2 Plus Ton.

Paperclay ist ebenfalls lufthärtend. Die Zusammensetzung des Materials ist der des lufthärtenden Tons sehr ähnlich, nur dass Paperclay kein Latex enthält.

Wachs

Benutzt man den Begriff Wachs, verbirgt sich dahinter eine Vielfalt von Materialien: Es gibt tierische und pflanzliche genauso wie synthetische Wachse. Zu den tierischen Wachsen gehört vor allem Bienenwachs, aber z.B. auch Schellack. Stearin-Wachs hat eine pflanzliche Basis, nämlich Palmöl, genauso wie das in der Oberflächenbearbeitung von Holz häufig verwendete Carnauba-Wachs. Zu den synthetischen Wachsen gehören die Paraffin-Wachse, die vor allem aus Erdöl gewonnen werden. Alle diese Wachse haben unterschiedliche Eigenschaften, gemeinsam ist ihnen, dass sie bei einer bestimmten Temperatur knetbar sind und bei einer etwas höheren Temperatur schmelzen. 

Zum Modellieren werden vor allem kristalline und mikrokristalline Paraffin-Wachse benutzt, z.T. auch Bienenwachsprodukte. Bienenwachs ist aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit und der aufwändigen Gewinnung jedoch deutlich teurer als die industriell hergestellten Paraffin-Wachse. Die Paraffin-Wachse lassen sich, was Härte und thermische Reaktion angeht, auch sehr genau auf verschiedene Anforderungen einstellen.

Wachs wird im künstlerischen Bereich nicht nur als Modelliermasse für Wachsskulpturen eingesetzt, sondern vor allem auch, um Modelle für das Wachsausschmelzverfahren z.B. beim Bronzeguss herzustellen. Je nach Arbeitsbedingungen in Atelier und Werkstatt sowie Anforderungen des zu gestaltenden Objekts an das Material können sich Bildhauerinnen und Bildhauer für ein passendes Wachs entscheiden, das z.B. weich oder hart ist, sich gut pigmentieren lässt und schneller oder langsamer auf Temperaturveränderungen reagiert. Dafür kann sowohl Modellierwachs als auch Gießwachs oder eine Kombination aus beidem verwendet werden.

Plastilin

Wenn Sie nicht mit Ton oder Wachs arbeiten möchten, aber eine Modelliermasse suchen, die sehr einfach und sauber formbar ist, nicht aushärtet, sondern flexibel und wiederverwendbar ist, könnte Plastilin das richtige Material für Sie sein.

Auch Plastilin ist ein Oberbegriff für verschiedene Materialien: dahinter verbirgt sich genauso die bunte, in Kindergarten und Schule genutzte Knete, wie eine Modelliermasse, die in der Industrie für den hochwertigen Modellbau eingesetzt wird, oder das farbenfrohe Material, aus dem Figuren für Animationsfilme wie „Wallace und Gromit“ entstehen.

Plastilin eignet sich hervorragend für ModelleEntwürfe und dreidimensionale Skizzen, da es sich schnell und einfach umformen, portionieren und gestalten lässt – im professionellen Bereich von Kunst, Architektur und Industrie genauso wie in Spiel und Hobby.

Neben den nicht aushärtenden Materialvarianten gibt es Plastilin-Modelliermassen, die z.B. durch Backen aushärten und unter Handelsnamen wie Fimo oder Skulpey verkauft werden.

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